Shop-Updates Schritt für Schritt

WooCommerce-Updates einspielen, ohne dass Bestellungen verloren gehen

Ein Update im Onlineshop sieht aus wie jedes andere: ein Klick im Backend, ein kurzer Ladebalken, fertig.

Ob danach noch jemand bezahlen kann, zeigt dieser Klick nicht.

In einem WooCommerce-Shop hängen Kasse, Zahlungsanbieter, Bestellmails und Rechnungen an jedem Update. Mit einer frischen Sicherung davor, der richtigen Reihenfolge und einer Testbestellung danach bleibt das Risiko klein. So gehen Sie vor.

1. Sicherung direkt davor

Das Backup muss unmittelbar vor dem Update entstehen. Eine Sicherung von letzter Nacht enthält die Bestellungen von heute Vormittag nicht.

2. In kleinen Schritten

Erst WordPress, dann WooCommerce, dann Zahlungs- und Versand-Plugins einzeln. So wissen Sie sofort, welches Update einen Fehler ausgelöst hat.

3. Einmal selbst bestellen

Eine Testbestellung vom Warenkorb bis zur Bestellmail zeigt Fehler, die auf der Startseite niemand sieht.

Vor dem Update: drei Dinge klären

  1. Ein frisches Backup anlegen. Dateien und Datenbank, direkt vor dem Update, abgelegt außerhalb des Servers, mehr unter WordPress-Backups: was eine Sicherung taugen muss.
  2. Die Änderungshinweise lesen. Dort steht, ob eine Version die Datenbank umbaut oder eine neuere PHP-Version voraussetzt, und WooCommerce zeigt vor größeren Versionen, welche Erweiterungen noch nicht getestet sind.
  3. Einen ruhigen Zeitpunkt wählen. Wenn wenig bestellt wird, nicht kurz vor Rabattaktion, Newsletter oder Wochenende, damit Sie Zeit haben, falls etwas hakt.

Die Reihenfolge beim Update

Spielen Sie Updates in einem Shop nie alle auf einmal ein. So gehen Sie vor:

Testkopie und Kern
  1. Zuerst auf einer TestkopieStaging, bei vielen Hostern mit wenigen Klicks angelegt.
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    Auslassen können Sie das nur bei kleinen Korrekturversionen, bei denen sich die letzte Stelle der Versionsnummer ändert.

  2. WordPress selbstDanach kurz die Startseite und den Warenkorb aufrufen.
  3. WooCommerceEine angezeigte Datenbank-Aktualisierung starten.Erst weitermachen, wenn sie unter WooCommerce > Status > Geplante Aktionen abgeschlossen ist.
Erweiterungen
  1. Zahlung und Versand einzelnNach jedem Plugin einen kurzen Blick in die Kasse.
  2. Der Rest in kleinen GruppenDie übrigen Erweiterungen und das Theme.
Kontrolle
  1. Die Shop-Vorlagen prüfenUnter WooCommerce > Status bei den Vorlagen.
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    Meldet WooCommerce dort veraltete Kopien im Theme, muss das Theme aktualisiert oder die Vorlage angepasst werden.

  2. Einmal selbst bestellenWas Sie dabei prüfen sollten, steht im nächsten Abschnitt.
Die Testkopie nicht einfach zurückkopieren

Viele Staging-Werkzeuge bieten an, die Testkopie mit einem Klick auf den echten Shop zu übertragen. Bei einem Shop ist das riskant: Alle Bestellungen, Kundenkonten und Lagerbestände, die seit dem Anlegen der Kopie hinzugekommen sind, werden dabei überschrieben.

Nutzen Sie die Testkopie zum Ausprobieren und spielen Sie die Updates danach im echten Shop noch einmal in derselben Reihenfolge ein.

Automatische Updates nur mit Bedacht

Für WooCommerce und die Zahlungs-Plugins sollten automatische Updates ausgeschaltet sein. Sie laufen meist nachts, und niemand prüft danach die Kasse.

Die kleinen Sicherheitsupdates von WordPress selbst dürfen dagegen automatisch laufen. Kritische Sicherheitsupdates für Shop-Plugins spielen Sie zeitnah von Hand ein, mit Testbestellung direkt danach.

Nach dem Update: die Testbestellung

Die Testbestellung ist der wichtigste Schritt. Die meisten Zahlungs-Plugins haben einen Testmodus, in dem der Bezahlvorgang durchläuft, ohne dass Geld fließt.

Schalten Sie ihn nur kurz ein, denn solange er aktiv ist, können echte Kunden mit dieser Zahlungsart nicht bezahlen. Alternativ bestellen Sie ein Produkt mit kleinem Preis mit echter Zahlung und erstatten den Betrag danach.

Prüfen Sie dabei:

Warenkorb und KasseBeide laden, die Versandkosten stimmen.
ZahlungsartenAlle werden angeboten, die Weiterleitung zum Zahlungsanbieter klappt.
BestellmailsDie Bestätigung kommt beim Kunden an, die Benachrichtigung bei Ihnen.
RechnungSie wird erzeugt und enthält alle Angaben.
Backend und AnbindungenDie Bestellung erscheint im Backend und wird an Warenwirtschaft oder Versanddienst übertragen.
Konto, Gutscheine, HandyKundenkonto, Gutscheine und die Ansicht auf dem Handy funktionieren.

Kommen die Bestellmails nicht an, liegt das oft gar nicht am Update, sondern daran, wie WordPress Mails verschickt. Die Ursachen sind dieselben wie beim Kontaktformular, das keine Nachrichten mehr verschickt.

Warum Updates im Shop mehr Vorsicht brauchen

Auf einer Firmen-Website fällt ein fehlerhaftes Update meist schnell auf, weil etwas falsch aussieht. In einem Shop liegt der empfindliche Teil hinter dem Warenkorb.

Die Produktseiten laden, die Preise stimmen, und trotzdem kann am Ende niemand bezahlen. Der Shop meldet Ihnen das nicht, es kommen einfach keine Bestellungen mehr.

Dazu kommt, dass ein Shop aus vielen Teilen besteht, die voneinander abhängen:

Teil des ShopsWas beim Update passieren kann
WooCommerce selbstGrößere Versionen bauen die Datenbank um. Läuft das nicht zu Ende, fehlen Bestellungen in der Übersicht, oder Berichte zeigen falsche Zahlen.
Zahlungs-Plugins wie PayPal, Stripe oder KlarnaDie Weiterleitung zum Zahlungsanbieter scheitert, oder eine Zahlungsart verschwindet ohne Hinweis aus der Kasse.
Theme mit eigenen Shop-VorlagenDas Theme bringt angepasste Kopien der WooCommerce-Vorlagen mit. Passen sie nicht mehr zur neuen Version, verrutschen Warenkorb, Kasse oder Bestellmails.
Rechnungen und RechtstexteRechnungen werden nicht mehr erzeugt, oder Pflichtangaben an der Kasse fehlen.
Anbindungen an Warenwirtschaft, Versand oder MarktplätzeBestellungen oder Lagerbestände werden nicht mehr übertragen. Das fällt oft erst Tage später auf.
Ein allgemeines Beispiel

Angenommen, ein Zahlungs-Plugin bekommt ein Update, und im Backend meldet alles Erfolg. Kunden legen Produkte in den Warenkorb, füllen die Kasse aus und landen beim Bezahlen auf einer Fehlermeldung. Einige schreiben eine Mail, die meisten kaufen woanders.

Auffallen wird es erst, wenn nach zwei Tagen niemand mehr bestellt hat. Eine Testbestellung direkt nach dem Update hätte den Fehler in wenigen Minuten gezeigt. Wie sich so ein Ausfall grob beziffern lässt, steht unter Was kostet ein Ausfall der Website?

Wenn nach dem Update etwas hakt

Steht fest, welches Plugin den Fehler ausgelöst hat, spielen Sie dessen vorherige Version wieder ein. Bei Plugins aus dem WordPress-Verzeichnis finden Sie ältere Versionen auf der Plugin-Seite bei wordpress.org, bei gekauften im Kundenkonto des Herstellers.

Bei WooCommerce selbst ist das nach einem Datenbank-Update heikel, weil die ältere Version mit der umgebauten Datenbank nicht immer zurechtkommt.

Ein komplettes Backup zurückzuspielen ist die letzte Wahl, denn dabei gehen alle Bestellungen seit der Sicherung verloren. Wenn es nicht anders geht, notieren Sie vorher, welche Bestellungen seitdem eingegangen sind.

Ist ein Update mittendrin abgebrochen, hilft der Artikel Update fehlgeschlagen oder hängt im Wartungsmodus weiter. Bei einem abgebrochenen Datenbank-Update von WooCommerce sollten Sie aber nicht auf eigene Faust weiter probieren.

Wann Sie die Updates besser abgeben

Bei einem kleinen Shop sind Updates gut selbst zu schaffen, wenn Sie sich an die Reihenfolge halten und danach jedes Mal bestellen.

Abgeben sollten Sie sie, wenn der Shop an eine Warenwirtschaft oder an Marktplätze angebunden ist, wenn das Theme stark angepasste Shop-Vorlagen mitbringt, wenn Updates schon länger liegen geblieben sind oder wenn schlicht niemand die Zeit hat, nach jedem Update die Kasse zu prüfen.

Genau das übernehme ich in der laufenden WordPress-Wartung: Updates gestaffelt und von Hand statt automatisch in der Nacht, vorher jeweils ein Backup und danach eine Testbestellung vom Warenkorb bis zur Bestellmail.

Häufige Fragen

Planen Sie einen festen Termin alle ein bis zwei Wochen ein. WooCommerce und die großen Zahlungs-Plugins erscheinen in kurzen Abständen neu, und je länger Updates liegen bleiben, desto größer werden die Sprünge. Sicherheitsupdates spielen Sie zeitnah ein, auch außerhalb des festen Termins.

Durch das Update selbst in der Regel nicht. Bestellungen gehen verloren, wenn danach ein älteres Backup zurückgespielt oder eine Testkopie über den echten Shop kopiert wird. Deshalb gehört vor jedes Update eine frische Sicherung.

Nein. WordPress zeigt während eines Updates für kurze Zeit eine Wartungsmeldung, die meisten Besucher bekommen davon nichts mit. Einen eigenen Wartungsmodus brauchen Sie nur bei größeren Umbauten.

Nein. Fehler nach Shop-Updates zeigen sich fast immer in der Kasse, bei den Zahlungsarten oder in den Bestellmails. Das sehen Sie nur, wenn Sie einmal selbst bestellen.

Shop-Betreuung

Soll ich die Updates in Ihrem Shop übernehmen?

Schreiben Sie mir kurz, welcher Shop es ist und wann zuletzt aktualisiert wurde. Ich sehe mir an, wie weit die Versionen zurückliegen und welche Erweiterungen daran hängen.

Bevor ich etwas verändere, bekommen Sie von mir eine Einschätzung, was nötig ist.

Weitere Anleitungen und Einschätzungen finden Sie im Ratgeber.