Entscheidungshilfe · sechs Fragen

WordPress selbst pflegen oder betreuen lassen?

Selbst pflegen klappt gut bei kleinen Seiten ohne Shop, wenn eine feste Person sich in einem festen Rhythmus darum kümmert.

Sobald über die Seite Umsatz läuft, geben Sie die Pflege besser ab.

Die Entscheidung hängt vor allem an Zeit, Regelmäßigkeit und Haftung. Weiter unten finden Sie, was Pflege bei WordPress konkret bedeutet, wie viel Zeit sie kostet und woran Sie merken, dass Abgeben sinnvoller ist.

Sechs Fragen zu Ihrer Seite

Klicken Sie bei jeder Frage Ja oder Nein. Am Ende sehen Sie, ob Selbstpflege für Ihre Seite reicht.

Es wird nichts gespeichert oder verschickt.

Frage 1 von 6Entscheidungshilfe

Ist Ihre Seite überschaubar?

Ein paar Unterseiten, ein Kontaktformular, keine Zahlungsabwicklung, wenige Plugins.

Gibt es eine feste Person, die sich kümmert?

Jemand hat die Pflege mit Namen übernommen und einen festen Termin dafür im Kalender.

Haben Sie selbst Zugriff auf alles?

Hosting, FTP, Datenbank und Domain. Die Zugangsdaten liegen bei Ihnen und nicht nur bei einer Agentur.

Wäre ein Ausfall von zwei Tagen verkraftbar?

Die Seite wäre nicht erreichbar, und Ihnen geht dadurch kein Auftrag verloren.

Gibt es eine Testumgebung?

Eine Testkopie Ihrer Website (Staging), auf der Sie Updates ausprobieren, ohne die echte Seite zu gefährden.

Ist schon einmal etwas schiefgegangen?

Zum Beispiel eine weiße Seite nach einem Update oder ein Hack.

Ein bis zwei Stunden im Monat

So viel ist realistisch, solange nichts passiert. Macht ein Update die Seite kaputt, wird schnell ein ganzer Arbeitstag daraus.

Regelmäßigkeit schlägt Können

Die meisten Probleme entstehen, wenn die Pflege ein paar Monate liegen bleibt. Ein fester Termin im Kalender ist wichtiger als technisches Können.

Voller Zugriff nötig

Für die Selbstpflege brauchen Sie Zugriff auf Hosting, Server und Datenbank und am besten eine Testkopie der Seite.

Beim Abgeben nachfragen

Fragen Sie nach, ob nach Updates geprüft wird und wer Fehler bezahlt, die ein Update verursacht.

Was Pflege bei WordPress eigentlich heißt

Viele denken bei Wartung an den Update-Knopf im Backend, also im Verwaltungsbereich von WordPress. Der gehört dazu, macht aber den kleinsten Teil aus.

Was tatsächlich anfällt, lässt sich in fünf Blöcke sortieren. Keiner davon ist besonders schwierig, sie müssen nur regelmäßig erledigt werden.

AufgabeWie oftWas dabei schiefgehen kann
Updates von WordPress, Theme und Pluginszwei- bis viermal im MonatEin Plugin verträgt die neue Version nicht, die Seite bleibt weiß oder das Layout verrutscht
Backups anlegen und prüfenfortlaufend, Prüfung monatlichDas Backup liegt auf demselben Server oder lässt sich im Ernstfall nicht zurückspielen
Sicherheit im Blick behaltenlaufendEine bekannte Lücke bleibt wochenlang offen, weil niemand hinsieht
Funktionsprüfung nach Updatesnach jedem UpdateDas Kontaktformular verschickt seit Wochen nichts, gemerkt hat es niemand
Aufräumen: Datenbank, alte Plugins, MedienvierteljährlichDie Seite wird langsam, ohne dass ein einzelner Grund erkennbar ist
Der Punkt, den fast alle auslassen

Die Funktionsprüfung lassen fast alle aus. Ein Update einzuspielen dauert zwei Minuten. Danach zu prüfen, ob Formular, Shop, Buchungskalender und mobile Ansicht noch tun, was sie sollen, dauert länger als das Update selbst.

Wird das übersprungen, fallen Fehler oft erst auf, wenn sich ein Kunde meldet. Manche Interessenten melden sich auch gar nicht und fragen stattdessen woanders an.

Wie viel Zeit das realistisch kostet

Für eine übliche Firmenseite mit zehn bis fünfzehn Plugins, ohne Shop: ein bis zwei Stunden im Monat, wenn nichts Besonderes passiert. Mit Shop eher das Doppelte, weil mehr Erweiterungen im Spiel sind und jedes Update mehr Funktionen berührt.

Diese Zahl beschreibt den Normalfall. Macht ein Update die Seite kaputt, sind Sie mit Fehlersuche, Wiederherstellung und Nacharbeit schnell bei einem halben bis ganzen Arbeitstag. Diese Zeit lässt sich nicht einplanen, sie fällt an, wenn der Fehler auftritt.

Den normalen Monat können Sie einplanen, den Ernstfall nicht. Er fällt an, wenn der Fehler auftritt.

Wenn die Pflege unterbrochen wird

Probleme entstehen selten beim Selbermachen an sich. Häufiger kommen Seiten zu mir, bei denen jemand eine Zeit lang gewissenhaft gepflegt hat und dann etwas dazwischenkam.

Ob eine Seite ein Jahr oder drei Jahre ohne Update war, macht für die Sicherheit kaum einen Unterschied, denn in beiden Fällen sind bekannte Lücken offen. Die Reparatur kostet dann meistens mehr, als die regelmäßige Pflege gekostet hätte.

Aus der Praxis

Die Website eines Modefachgeschäfts hatte eine Agentur liegen gelassen. Als ich sie übernommen habe, standen 21 Plugin-Updates aus, und das letzte Backup war neun Monate alt. Bestandsaufnahme und Angebot gab es am selben Tag, seitdem betreue ich die Seite.

Wann Selbstpflege sinnvoll ist

Es gibt gute Gründe, die Pflege selbst zu übernehmen, und es funktioniert auch. Allerdings nur unter diesen Bedingungen:

Die Seite ist überschaubarEin paar Unterseiten, ein Kontaktformular, keine Zahlungsabwicklung, wenige Plugins.
Es gibt eine feste PersonMit Namen und festem Termin im Kalender. Eine Abteilung, die es nebenbei mitmacht, reicht erfahrungsgemäß nicht.
Sie haben Zugriff auf allesHosting, FTP (Dateizugang zum Server, um im Notfall ein defektes Plugin zu entfernen), Datenbank und Domain. Die Zugangsdaten liegen bei Ihnen und nicht nur bei der Agentur.
Ein Ausfall tut nicht wehZwei Tage ohne erreichbare Seite kosten Sie keinen Auftrag, der Druck ist also klein genug.
Es gibt eine TestumgebungAuf einer Testkopie (Staging, bei vielen Hostern ohne Aufpreis) spielen Sie größere Updates vorher ein und haben damit den Großteil des Risikos erledigt.

Treffen alle fünf Punkte zu, sparen Sie mit Selbstpflege echtes Geld. Fehlen zwei davon, wird es schwierig.

Checkliste für die monatliche Pflege

Wer selbst pflegt, fährt mit einem festen Ablauf am besten. Diese Reihenfolge passt bei einer kleinen Seite gut in die ein bis zwei Stunden im Monat, und sie beginnt jeden Monat von vorn:

Monatlicher Pflegekreislauf Sieben Schritte, die jeden Monat in derselben Reihenfolge wiederkehren: zwei vor dem Update, das Update selbst und vier Kontrollen danach. 1 2 3 4 5 6 7 Jeden Monat 1 bis 2 Stunden
  1. Vorher
  2. Backups prüfenSeit dem letzten Termin durchgelaufen und außerhalb des Servers?
  3. Aktuellen Stand sichernbevor Sie etwas aktualisieren.
  4. Update
  5. In kleinen Gruppen aktualisierenPlugins, Theme und WordPress, nicht alle auf einmal.
  6. Danach
  7. Seite ansehenStartseite, wichtigste Unterseiten und Handy-Ansicht.
  8. Formular testenTestnachricht schicken und prüfen, ob sie ankommt.
  9. Benutzer durchsehenZugänge entfernen, die niemand mehr braucht oder die Sie nicht kennen.
  10. Alte Plugins notierenDeaktivierte oder lange nicht aktualisierte beim vierteljährlichen Aufräumen entfernen oder ersetzen.

Macht dabei ein Punkt Probleme, die Sie nicht zuordnen können, lassen Sie jemanden draufschauen, bevor Sie weiter aktualisieren.

Wann Sie besser abgeben

Umgekehrt gibt es Situationen, in denen Selbstpflege eher an den Rahmenbedingungen scheitert als am Können:

Die Seite bringt UmsatzÜber Shop, Buchungen oder Anfragen als wichtigsten Vertriebsweg kann ein Ausfalltag mehr kosten als ein Monat Betreuung.
Es laufen personenbezogene Daten darüberBei Formularen, Kundenkonten oder Newsletter ist eine wochenlang offene Lücke auch ein rechtliches Problem.
Niemand fühlt sich zuständigZeigt bei der Frage nach dem letzten Update jeder auf jemand anderen, kümmert sich in der Praxis niemand.
Technik wie Cronjobs interessiert Sie nichtAlso die zeitgesteuerten Aufgaben, die WordPress im Hintergrund ausführt. Völlig legitim, passt nur nicht zur Selbstpflege.
Es ist schon einmal schiefgegangenWer eine weiße Seite oder einen Hack hinter sich hat, kennt den Aufwand und stellt die Frage meist nicht mehr.

Was Sie beim Abgeben verlangen sollten

Betreuung ist kein geschützter Begriff. Es gibt Angebote, bei denen ein Skript nachts alles automatisch aktualisiert und hinterher niemand nachsieht. Das ist günstiger, deckt aber Fehler nach Updates nicht auf. Fragen Sie diese Punkte ab, bevor Sie unterschreiben:

  1. Sieht nach dem Update jemand nach? Gemeint ist eine Sichtprüfung der wichtigsten Seiten und Funktionen. Ein grüner Status in einem Dashboard reicht dafür nicht.
  2. Wo liegen die Backups und wie lange? Extern, also nicht auf demselben Server, und mit einer klaren Aufbewahrungsfrist.
  3. Wer zahlt, wenn ein Update etwas kaputt macht? Die Antwort sollte lauten: der Betreuer. Sonst tragen Sie das Risiko und zahlen trotzdem monatlich.
  4. Was ist enthalten und was nicht? Kleine Textänderungen, neue Seiten und Designanpassungen sind verschiedene Leistungen und stecken nicht automatisch im selben Paket.
  5. An wen schreiben Sie im Ernstfall? Fragen Sie, ob Sie eine feste Person erreichen, die Ihre Seite kennt, oder ein Ticketsystem mit wechselnden Bearbeitern.

Was Selbermachen tatsächlich kostet

Der Vergleich „Betreuung im Monat gegen null Euro fürs Selbermachen“ geht nicht auf, weil auch Selbermachen Zeit kostet. Rechnen Sie Ihre eigene Zeit zu dem Satz, zu dem Sie Ihre Arbeit sonst verkaufen, und legen Sie die Kosten für den Ernstfall daneben. Eine Hack-Bereinigung oder eine Wiederherstellung nach einem misslungenen Update kostet schnell so viel wie mehrere Monate Wartung.

Betreuung ist deshalb nicht in jedem Fall die günstigere Wahl. Bei einer kleinen, ruhigen Seite mit jemandem im Haus, der die Pflege zuverlässig erledigt, ist sie es nicht. Die Rechnung stimmt nur, wenn Sie die eigene Zeit und das Risiko mit einsetzen.

Wie ich das mache

Updates spiele ich von Hand ein. Vorher sehe ich mir an, was sich ändert, und sichere den Stand extern. Dann spiele ich die Updates nacheinander ein und prüfe danach die Seite: Lädt sie, sieht sie aus wie vorher, kommt die Formularmail an, ist der Shop erreichbar.

Geht dabei etwas kaputt, bringe ich es in Ordnung, in jedem Paket, auch im kleinsten, ohne Zusatzrechnung. Die Pakete kosten 179, 299 und ab 659 Euro pro Website und Monat inkl. MwSt. Sie unterscheiden sich darin, wie oft ich nach Updates sehe, wie lange Backups aufbewahrt werden, wie schnell ich antworte und wie viel Zeit für Änderungen enthalten ist. Was in welchem Paket steckt, steht auf der Seite zur WordPress-Wartung im Detail.

Ein einmaliges Aufräumen als Start

Wenn Sie selbst pflegen wollen, es aber nie zum Aufräumen kommt, ist ein einmaliger Durchgang oft die bessere erste Investition als ein Vertrag. Dabei wird alles auf den aktuellen Stand gebracht, Überflüssiges entfernt und dokumentiert. Danach können Sie in Ruhe entscheiden.

Häufige Fragen

Ja, das ist sogar häufig die beste Aufteilung. Texte, Bilder und Termine ändern Sie weiter selbst, und um Updates, Backups und die Kontrolle danach kümmere ich mich. Wer lieber gar nichts selbst anfassen möchte, kann Änderungen auch mir schicken, dafür ist in den Paketen Zeit enthalten.

Jederzeit. Vorher sehe ich mir die Seite unverbindlich an. Dafür legen Sie mir einen eigenen Zugang an, den Sie jederzeit wieder löschen können. Ist in der Zwischenzeit viel liegen geblieben, sage ich Ihnen, was vor dem Start aufgeholt werden muss.

Meistens daran, dass sich Kleinigkeiten stapeln: Die Zahl der offenen Updates wächst von Woche zu Woche, niemand weiß genau, wann das letzte Backup gelaufen ist, oder Sie schieben den Termin zum dritten Mal. Das ist der Zeitpunkt, an dem sich die Entscheidung lohnt, bevor aus dem Rückstand ein Problem wird.

Einschätzung

Unsicher, was für Ihre Seite passt?

Schreiben Sie mir kurz, wie groß die Seite ist, ob ein Shop dazugehört und wer sich bisher gekümmert hat.

Sie bekommen in der Regel innerhalb eines Werktags eine Antwort, ob sich für Ihre Seite Betreuung lohnt oder ob ein einmaliges Aufräumen reicht, nach dem Sie selbst weiterpflegen.

Weitere Anleitungen und Einschätzungen finden Sie im Ratgeber.