Seite leer nach dem Update

Weiße Seite nach einem WordPress-Update:
was jetzt hilft

Sie haben auf Aktualisieren geklickt, und danach ist die Seite weiß. Es erscheint weder eine Fehlermeldung noch irgendein Text. Oft betrifft es auch das Backend, sodass Sie nicht einmal mehr dorthin kommen, wo Sie das Update rückgängig machen könnten.

Ihre Inhalte sind dabei in aller Regel vollständig erhalten. Meistens steckt eine einzelne Erweiterung dahinter, und die lässt sich auch ohne Backend abschalten.

Erste Einordnung in zehn Sekunden

Prüfen Sie, ob auch /wp-admin/ weiß ist:

Ist auch /wp-admin/ weiß?
NeinTheme oder Frontend-PluginIm Backend der Reihe nach abschalten.
JaEtwas, das überall geladen wirdPer FTP den Plugin-Ordner umbenennen.

Die Antwort auf diese eine Frage zeigt, welcher der beiden Wege unten für Sie passt.

Vorher kurz ins Postfach schauen

Auch wenn Besucher nur eine weiße Seite sehen, verschickt WordPress häufig trotzdem eine E-Mail an die Administrator-Adresse. Im Betreff steht sinngemäß, dass die Website ein technisches Problem hat, und in der Mail steht ein Link zum Wiederherstellungsmodus. Melden Sie sich über diesen Link an, zeigt WordPress Ihnen, welches Plugin oder Theme den Fehler ausgelöst hat, und Sie können es direkt deaktivieren.

Sehen Sie auch im Spam-Ordner nach. Der Link gilt etwa einen Tag, und WordPress schickt höchstens eine solche Mail am Tag. Warum sie oft gar nicht ankommt, steht unter Es gab einen kritischen Fehler. Ohne Mail geht es mit den Schritten unten weiter.

Erst suchen, dann ändern

Den Auslöser, fast immer ein Plugin oder das Theme, finden Sie, indem Sie die Erweiterungen der Reihe nach abschalten. Mit Zugang zum Backend schaffen Sie das meist selbst. Ohne Backend brauchen Sie FTP, also den direkten Dateizugang zum Webspace.

Löschen und überschreiben Sie nichts, bevor der Auslöser feststeht. Sonst suchen Sie hinterher blind.

Wenn Sie noch ins Backend kommen

Das ist der einfache Fall. Gehen Sie der Reihe nach vor und ändern Sie immer nur eine Sache, sonst wissen Sie hinterher nicht, was geholfen hat.

  1. Alle Plugins deaktivieren. Per Mehrfachauswahl in der Plugin-Liste, ist die Seite danach wieder da, war es eines davon.
  2. Einzeln wieder einschalten. Nach jedem Plugin die Seite in einem neuen Tab prüfen: Wird sie wieder weiß, ist das der Auslöser.
  3. Auf ein Standard-Theme wechseln. Bleibt die Seite ohne Plugins weiß, testweise eines der mitgelieferten Themes aktivieren.
  4. Den Auslöser notieren. Erweiterung und Version aufschreiben, für die Meldung an den Hersteller oder die Entscheidung, sie zu ersetzen.

Wenn Sie nicht mehr ins Backend kommen

Dann brauchen Sie Zugriff auf die Dateien, also FTP oder SFTP, oder den Dateimanager im Hosting-Panel. Haben Sie beides nicht, wenden Sie sich an Ihren Hoster oder an einen Dienstleister.

Vorher sichern

Ordner umzubenennen lässt sich jederzeit rückgängig machen. Bevor Sie die wp-config.php bearbeiten, die PHP-Version umstellen oder Dateien ersetzen, laden Sie eine Kopie der wp-config.php auf Ihren Rechner und prüfen im Hosting-Panel, ob eine aktuelle Sicherung der Website vorhanden ist.

Plugins und Theme ausschalten
  1. Ordner umbenennen statt löschenAus wp-content/plugins wird plugins-aus.
    Mehr dazu

    WordPress deaktiviert dann alle Plugins auf einmal, ohne dass etwas verloren geht.

  2. Seite prüfenLäuft sie wieder: Ordner zurückbenennen, Plugins einzeln im Backend einschalten.
  3. Theme testenBleibt es weiß, auch den Ordner Ihres Themes umbenennen.
    Mehr dazu

    WordPress fällt dann auf ein Standard-Theme zurück.

Ursache eingrenzen
  1. Fehlerprotokoll lesenEs nennt Datei und Zeile des Abbruchs.
    Mehr dazu

    Eingeschaltet wird es in der wp-config.php, das Protokoll steht dann in der Datei wp-content/debug.log.

  2. Arbeitsspeicher prüfenBei erschöpftem Speicher das Limit in der wp-config.php anheben.
    Mehr dazu

    Bleibt die Seite dauerhaft am Limit, ist das Hostingpaket zu klein.

  3. PHP-Version prüfenKürzlich vom Hoster angehoben? Vorübergehend die vorherige einstellen.
    Mehr dazu

    Die Einstellung finden Sie im Hosting-Panel.

Lädt die Seite mit der vorherigen PHP-Version wieder, aktualisieren oder ersetzen Sie die Erweiterung, die mit der neuen nicht zurechtkommt, und stellen die Version danach wieder hoch. Auf der alten Version sollte die Seite nicht bleiben, weil sie keine Sicherheitsupdates mehr bekommt.

Fehlerprotokoll einschalten

In die wp-config.php, oberhalb der Zeile mit That’s all, stop editing, diese drei Zeilen einfügen und danach die Seite einmal aufrufen:

define( 'WP_DEBUG', true );
define( 'WP_DEBUG_LOG', true );
define( 'WP_DEBUG_DISPLAY', false );

Wichtig ist die dritte Zeile: Sie sorgt dafür, dass die Fehler ins Protokoll geschrieben und nicht öffentlich angezeigt werden. Schalten Sie das nach der Fehlersuche wieder aus.

In der Zeile, die mit PHP Fatal error beginnt, nennt der Dateipfad hinter wp-content/plugins/ oder wp-content/themes/ den Namen des Auslösers. Löschen Sie die debug.log nach der Fehlersuche, denn sie liegt in einem Ordner, der über den Browser erreichbar ist.

Nach einem abgebrochenen WordPress-Update: Kerndateien erneuern

Ist das Update von WordPress selbst mittendrin abgebrochen, nennt das Protokoll meist fehlende Dateien oder Funktionen in wp-admin oder wp-includes. Dann hilft es, diese beiden Ordner frisch hochzuladen.

Laden Sie dazu die aktuelle Version von de.wordpress.org herunter, entpacken Sie sie und ersetzen Sie auf dem Webspace die Ordner wp-admin und wp-includes sowie die einzelnen Dateien im Hauptverzeichnis. Fragt WordPress danach, ob die Datenbank aktualisiert werden soll, bestätigen Sie das.

wp-content und wp-config.php nicht überschreiben

Im Ordner wp-content liegen Ihre Plugins, Themes und alle hochgeladenen Bilder, in der wp-config.php die Zugangsdaten zur Datenbank. Beides darf beim Hochladen nicht ersetzt werden, sonst sind Bilder oder die Verbindung zur Datenbank weg. Machen Sie diesen Schritt nur mit einer aktuellen Sicherung und nur, wenn der Auslöser feststeht. Mehr zu hängenden Updates steht unter Update fehlgeschlagen.

Bleibt die Seite trotz Reparatur weiß: Cache leeren

Viele Websites arbeiten mit einem Cache, also einem Zwischenspeicher, der fertige Seiten aufbewahrt und schneller ausliefert. Er kann die weiße Seite auch nach der Reparatur weiter anzeigen. Leeren Sie deshalb den Cache des Caching-Plugins im Backend, den Server-Cache im Hosting-Panel, falls Ihr Hoster einen anbietet, und bei einem vorgeschalteten Dienst wie einem CDN auch dessen Cache. Prüfen Sie die Seite danach in einem privaten Browserfenster.

Umgekehrt kommt es vor, dass nur die zwischengespeicherte Version weiß ist. Dann reicht das Leeren schon als Reparatur.

Typische Fehler bei der Reparatur

Kein zweites Update hinterherschieben

Ein weiteres Update über ein fehlgeschlagenes zu legen, macht die Lage meist unübersichtlicher. Auch eine Neuinstallation von WordPress hilft nicht, solange unklar ist, was den Fehler ausgelöst hat.

Zwei weitere Reflexe kosten regelmäßig Zeit. Der erste ist, Plugin-Ordner zu löschen, obwohl Umbenennen genügt: Beim Umbenennen bleiben alle Einstellungen erhalten, beim Löschen sind sie je nach Plugin weg.

Der zweite ist, sofort ein altes Backup einzuspielen. Das überschreibt den Zustand, an dem sich der Fehler nachvollziehen ließe, und nimmt auch alle Inhalte zurück, die seit der Sicherung dazugekommen sind. Greifen Sie zum Backup deshalb erst, wenn die Fehlersuche nichts ergeben hat.

Warum die Seite leer bleibt

WordPress ist in PHP geschrieben, einer Programmiersprache, die auf dem Server läuft. Tritt dort ein schwerer Fehler auf, bricht der Seitenaufbau mittendrin ab. Ihre Texte, Bilder und Einstellungen liegen trotzdem unverändert in der Datenbank.

Seit Version 5.2 fängt WordPress solche Abbrüche meist ab und zeigt stattdessen den Hinweis, dass es einen kritischen Fehler auf der Website gab. Eine komplett weiße Seite ist deshalb selten geworden.

Sehen Sie trotzdem eine völlig weiße Seite, ist die Installation meistens älter als diese Version, dem Server ist der Arbeitsspeicher ausgegangen, oder die Schutzfunktion wurde abgeschaltet, etwa über eine Einstellung in der wp-config.php. In der Fachwelt heißt das Ganze White Screen of Death, was dramatischer klingt, als es ist.

Die üblichen Verdächtigen

UrsacheWoran Sie es merken
Ein Plugin verträgt die neue Version nichtDas ist der mit Abstand häufigste Fall. Er tritt direkt nach dem Update auf, oft nach einem größeren Versionssprung von WordPress selbst.
Zwei Plugins kommen sich in die QuereJedes läuft für sich allein, beide zusammen aber nicht. Das zeigt sich erst, wenn beim Testen die Kombination den Fehler auslöst.
Das Theme ist veraltetDas betrifft vor allem gekaufte Themes, die seit Jahren kein Update mehr bekommen haben. Das Backend läuft dann meist noch.
Zu wenig ArbeitsspeicherDie Seite ist nicht sofort weiß, sondern lädt lange und bricht dann ab. Das betrifft häufig Seiten mit vielen Plugins auf kleinen Hostingpaketen.
PHP-Version passt nicht mehrDas passiert, wenn der Hoster die PHP-Version angehoben hat und eine alte Erweiterung damit nicht umgehen kann.
Update abgebrochenDie Verbindung ist mitten im Vorgang abgerissen oder das Zeitlimit wurde erreicht. Dann liegen halb aktualisierte Dateien auf dem Server.

Selbst lösen oder Hilfe holen?

Selbst lösen ist realistisch, wenn …

Hilfe lohnt sich, wenn …

Wer weiß, wo er hinschauen muss, braucht für den einfachen Fall meist weniger als eine Stunde. Muss die Seite sofort laufen, geht es weniger um Ihre Kenntnisse als um die Zeit, die Sie gerade nicht haben.

Spätestens bevor Sie Kerndateien ersetzen oder eine Sicherung einspielen, deren Stand Sie nicht kennen, sollten Sie innehalten: Ein Fehler an dieser Stelle kann Bilder, Bestellungen oder die Verbindung zur Datenbank kosten. Dann übernehme ich die Fehlersuche gern, schreiben Sie mir über die Kontaktseite, was zuletzt aktualisiert wurde und ob Sie einen FTP-Zugang haben.

Wie Sie das künftig vermeiden

Die weiße Seite entsteht selten aus dem Nichts. Meistens wurden Updates ungeprüft und alle auf einmal eingespielt.

Sichern Sie deshalb unmittelbar vor dem Update, und zwar extern statt auf demselben Server. Größere Updates spielen Sie am besten zuerst auf einer Testkopie der Website ein, im Fachjargon Staging genannt. Viele Hoster bieten so eine Kopie ohne Aufpreis an.

Spielen Sie außerdem nicht alles gleichzeitig ein, sondern in dieser Reihenfolge und mit einem Blick auf die Seite nach jedem Schritt:

Das dauert etwas länger. Wenn etwas schiefgeht, wissen Sie dafür sofort, welches Update es war.

Wie ich das mache

Diese Reihenfolge ist auch der Grund, warum ich Updates nicht automatisch laufen lasse. Ich sehe mir vorher an, was sich ändert, sichere den Stand, spiele ein und prüfe danach die Seite: Lädt sie, sieht sie aus wie vorher, funktioniert das Formular, ist der Shop erreichbar.

Geht dabei trotzdem etwas kaputt, bringe ich es wieder in Ordnung. Das ist in jedem Paket enthalten, auch im kleinsten, ohne Zusatzrechnung.

Häufige Fragen

Durch die weiße Seite selbst nicht, sie löscht nichts. Was während des Ausfalls passieren sollte, fehlt aber: Bestellungen, Formularanfragen oder Anmeldungen kommen nicht an, solange Besucher nur eine leere Seite sehen.

Ist ein einzelnes Plugin der Auslöser und der Dateizugang vorhanden, ist die Seite meist schnell wieder da. Länger dauert es nach einem abgebrochenen Update mit halb eingespielten Dateien oder wenn das Hostingpaket zu wenig Arbeitsspeicher hat, weil dann der Hoster mitwirken muss.

Meistens nur vorübergehend. Häufig liefert der Hersteller eine korrigierte Version nach, bis dahin bleibt das betroffene Plugin auf dem alten Stand oder abgeschaltet. Auf Dauer bei alten Versionen zu bleiben ist keine Lösung, weil Sicherheitslücken offen bleiben. Was dann passieren kann, steht unter Updates liegen geblieben.

Ein Ausfall von einigen Stunden meist nicht. Bleibt die Seite über Tage leer, kommt Google seltener vorbei und kann einzelne Seiten vorübergehend aus den Ergebnissen nehmen. Mehr dazu unter Website bei Google verschwunden.

Noch immer weiß?

Ich suche den Auslöser für Sie

Schicken Sie mir die Adresse und, falls Sie es wissen, welches Update zuletzt lief. Ich suche den Auslöser, nenne Ihnen den Preis für die Reparatur und fange erst nach Ihrer Zusage an.

Sie erfahren dabei auch, welche Erweiterung es war, damit dasselbe Update beim nächsten Mal nicht wieder alles lahmlegt. Wenn Sie Updates künftig nicht mehr selbst einspielen möchten, übernehme ich das in jedem Betreuungspaket nach dem oben beschriebenen Ablauf.

Weitere Anleitungen und Einschätzungen finden Sie im Ratgeber.