WordPress · Fehlerbehebung
Weiße Seite nach einem WordPress-Update: was jetzt hilft
Sie haben auf Aktualisieren geklickt, und danach ist die Seite weiß. Keine Fehlermeldung, kein Text, nichts. Oft betrifft es auch das Backend, sodass Sie nicht einmal mehr an die Stelle kommen, an der Sie es rückgängig machen könnten.
Das sieht schlimmer aus, als es meistens ist. In den allermeisten Fällen liegt es an einer einzigen Erweiterung, und die Seite ist nicht verloren, sondern zeigt nur nichts an. Hier steht, was dahintersteckt und wie Sie der Reihe nach vorgehen, ohne etwas kaputt zu machen.
- Die weiße Seite ist fast immer ein PHP-Fehler, den WordPress aus Sicherheitsgründen nicht anzeigt. Die Inhalte sind noch da.
- In den meisten Fällen ist ein einzelnes Plugin oder das Theme die Ursache, seltener zu wenig Arbeitsspeicher.
- Kommen Sie noch ins Backend, ist es halb so wild. Kommen Sie nicht mehr hinein, brauchen Sie FTP-Zugriff.
- Nichts überschreiben und nichts löschen, bevor Sie wissen, was der Auslöser war. Sonst suchen Sie hinterher blind.
- Wer das Update vorher auf einer Testkopie einspielt, hat dieses Problem gar nicht erst.
Was die weiße Seite überhaupt bedeutet
Hinter der leeren Seite steckt kein Datenverlust. WordPress läuft auf PHP, und wenn dort ein schwerer Fehler auftritt, bricht die Ausführung mitten im Seitenaufbau ab. Was der Browser dann bekommt, ist eine leere Antwort. Ihre Texte, Bilder und Einstellungen liegen unverändert in der Datenbank.
Dass Sie keine Fehlermeldung sehen, ist Absicht. Auf einer öffentlichen Seite würden Fehlermeldungen Pfade und Versionsnummern verraten, also blendet WordPress sie standardmäßig aus. In der Fachwelt heißt das seit Jahren White Screen of Death, was dramatischer klingt als es ist.
Prüfen Sie, ob auch /wp-admin/ weiß ist. Ist nur die öffentliche Seite betroffen und das Backend läuft, liegt es meist am Theme oder an einem Plugin, das nur im Frontend aktiv wird. Ist beides weiß, betrifft der Fehler etwas, das überall geladen wird.
Die häufigsten Ursachen
| Ursache | Woran Sie es merken |
|---|---|
| Ein Plugin verträgt die neue Version nicht | Der mit Abstand häufigste Fall. Tritt direkt nach dem Update auf, oft nach einem größeren Versionssprung von WordPress selbst. |
| Zwei Plugins kommen sich in die Quere | Jedes für sich läuft, zusammen nicht. Zeigt sich, wenn beim Testen erst die Kombination den Fehler auslöst. |
| Das Theme ist veraltet | Besonders bei gekauften Themes, die seit Jahren kein Update mehr bekommen haben. Das Backend läuft dann meist noch. |
| Zu wenig Arbeitsspeicher | Die Seite ist nicht sofort weiß, sondern lädt lange und bricht dann ab. Betrifft häufig Seiten mit vielen Plugins auf kleinen Hostingpaketen. |
| PHP-Version passt nicht mehr | Tritt auf, wenn der Hoster die PHP-Version angehoben hat und eine alte Erweiterung damit nicht umgehen kann. |
| Update abgebrochen | Verbindung weg oder Zeitüberschreitung mitten im Vorgang. Dann liegen halb aktualisierte Dateien auf dem Server. |
Wenn Sie noch ins Backend kommen
Das ist der einfache Fall. Gehen Sie der Reihe nach vor und ändern Sie immer nur eine Sache, sonst wissen Sie hinterher nicht, was geholfen hat.
- Alle Plugins deaktivieren. Über die Mehrfachauswahl in der Plugin-Liste. Ist die Seite danach wieder da, war es eines davon.
- Einzeln wieder einschalten. Nach jedem Plugin die Seite in einem neuen Tab prüfen. Das Plugin, bei dem es wieder weiß wird, ist der Auslöser.
- Auf ein Standard-Theme wechseln. Bleiben alle Plugins aus und die Seite ist trotzdem weiß, wechseln Sie testweise auf eines der mitgelieferten Themes.
- Den Auslöser dokumentieren. Notieren Sie, welche Erweiterung es war und in welcher Version. Das brauchen Sie für die Meldung an den Hersteller oder für die Entscheidung, ob Sie sie ersetzen.
Wenn Sie nicht mehr ins Backend kommen
Dann brauchen Sie Zugriff auf die Dateien, also FTP oder SFTP, oder den Dateimanager im Hosting-Panel. Wenn Sie beides nicht haben, ist an dieser Stelle Schluss und der Hoster oder ein Dienstleister ist der nächste Schritt.
- Ordner umbenennen statt löschen. Benennen Sie
wp-content/pluginsinplugins-ausum. WordPress findet die Plugins dann nicht mehr und deaktiviert sie alle auf einmal. Nichts geht dabei verloren. - Seite prüfen. Läuft sie wieder, benennen Sie den Ordner zurück und schalten die Plugins einzeln über das Backend wieder ein.
- Theme testen. Bleibt es weiß, benennen Sie zusätzlich den Ordner Ihres Themes um. WordPress fällt dann auf ein Standard-Theme zurück.
- Fehlermeldungen sichtbar machen. In der
wp-config.phplässt sich das Fehlerprotokoll einschalten. Danach steht in der Dateiwp-content/debug.log, welche Datei und welche Zeile den Abbruch verursacht hat. - Arbeitsspeicher prüfen. Deutet das Protokoll auf erschöpften Speicher hin, lässt sich das Limit in der
wp-config.phpanheben. Wenn Sie danach dauerhaft am Limit arbeiten, ist das Hostingpaket zu klein.
In die wp-config.php, oberhalb der Zeile mit That’s all, stop editing, diese drei Zeilen einfügen und danach die Seite einmal aufrufen:
define( 'WP_DEBUG', true );
define( 'WP_DEBUG_LOG', true );
define( 'WP_DEBUG_DISPLAY', false );Wichtig ist die dritte Zeile: Sie sorgt dafür, dass die Fehler ins Protokoll geschrieben und nicht öffentlich angezeigt werden. Schalten Sie das nach der Fehlersuche wieder aus.
Was Sie besser nicht tun
Ein zweites Update über ein fehlgeschlagenes zu legen, macht die Lage meist unübersichtlicher. Ebenso wenig hilft es, WordPress darüber neu zu installieren, solange nicht klar ist, was der Auslöser war. Erst die Ursache finden, dann handeln.
Zwei weitere Reflexe kosten regelmäßig Zeit:
- Plugin-Ordner löschen statt umbenennen. Beim Umbenennen bleiben alle Einstellungen erhalten, beim Löschen sind sie je nach Plugin weg. Es gibt keinen Grund, hier zu löschen.
- Sofort ein altes Backup einspielen. Das überschreibt den Zustand, in dem der Fehler nachvollziehbar wäre, und macht auch alle Inhalte rückgängig, die seit dem Backup dazugekommen sind. Als letztes Mittel richtig, als erster Griff selten.
Wann Sie abgeben sollten
Selbst lösen ist realistisch, wenn Sie ins Backend kommen oder FTP-Zugriff haben und die Ursache ein einzelnes Plugin ist. Das ist eine knappe Stunde Arbeit, wenn man weiß, wo man hinschaut.
Geben Sie ab, sobald einer dieser Punkte zutrifft: Sie haben keinen Dateizugriff, das Protokoll zeigt einen Fehler in einer Datei, die Sie nicht zuordnen können, an der Seite hängt ein Shop oder ein Mitgliederbereich, oder die Seite muss jetzt sofort wieder laufen. Im letzten Fall geht es weniger um Ihre Kenntnisse als um die Zeit, die Sie gerade nicht haben.
Wie Sie das künftig vermeiden
Die weiße Seite entsteht selten aus dem Nichts. Sie ist meistens die Folge davon, dass Updates ungeprüft und alle auf einmal eingespielt werden. Drei Gewohnheiten ändern das:
- Vorher sichern. Ein Backup unmittelbar vor dem Update, extern gespeichert, nicht auf demselben Server.
- Größere Updates zuerst auf einer Kopie testen. Die meisten Hoster bieten dafür eine Staging-Umgebung an, oft ohne Aufpreis.
- Nicht alles gleichzeitig. Erst WordPress selbst, dann das Theme, dann die Plugins in kleinen Gruppen, dazwischen jeweils die Seite prüfen. Dauert länger, sagt Ihnen dafür sofort, wer schuld ist.
Wie ich das mache
Genau diese Reihenfolge ist der Grund, warum ich Updates nicht automatisch laufen lasse. Ich sehe mir vorher an, was sich ändert, sichere den Stand, spiele ein und prüfe danach die Seite: Lädt sie, sieht sie aus wie vorher, funktioniert das Formular, ist der Shop erreichbar.
Geht dabei trotzdem etwas kaputt, bringe ich es wieder in Ordnung. Das ist in jedem Paket enthalten, auch im kleinsten, und keine Zusatzleistung. Anders wäre die Zusage auch wenig wert.
Hilfe anfragen
Sie kommen nicht weiter?
Wenn die Seite weiß bleibt und Sie nicht mehr ins Backend kommen, ist Raten die teuerste Variante. Ich sehe mir das an, hole die Seite zurück und sage Ihnen anschließend, was der Auslöser war, damit dasselbe Update nicht ein zweites Mal alles lahmlegt.
Wenn Sie das gar nicht erst erleben wollen: In meinen Betreuungspaketen laufen Updates gestaffelt, mit Backup davor und Sichtprüfung danach.
Weitere Anleitungen und Einschätzungen finden Sie im Ratgeber.